Seiten

Freitag, 28. Juni 2013















Ich hasse es, für alle Menschen immer nur der Mensch zu sein, der durchgehend gute Laune hat. Ich brauche keine Schlechte Laune haben, um gefragt zu werden, was los ist, ich muss einfach mal ruhiger sein als sonst. Ich hasse es, dass mich niemand ernst nimmt und immer alles lustig sieht. Ich hasse es, dass ich für alle Menschen immer nur das aufgedrehte Mädchen bin. Wie kann man das ändern? Ich möchte ernst genommen werden, ich möchte das nicht jeder denkt, ich hätte Dauer gute Laune. Ich möchte dazu stehen können, wenn es mir schlecht geht, und nicht noch bessere Laune anderen Menschen gegenüber haben. Vielleicht sollte man es als Kompliment sehen, wenn Menschen sagen, das es toll ist, das man nur gute Laune hat. Aber ich hasse es. Jedes mal, wenn mir das jemand sagt, würde ich dieser Person am liebsten in die Fresse schlagen und sie fragen, ob sie wirklich so dumm ist und das glaubt. Ich hasse es, dass sogar meine Familie und meine engsten Freunde nur das Mädchen mit der guten Laune in mir sehen. Ich wünsche mir so sehr, das es anders ist, doch was kann ich nach Jahren dafür tun und anders machen ?

Sonntag, 10. Februar 2013














Wir sitzen am Tisch, reden über alles mögliche. Meine Cousine guckt uns an ' Ich hätte gerne Facebook, Mama sagt ich darf es bald haben' Emily und ich gucken uns an. ' Nicht dein ernst? ' sage ich, und sie guckt mich fragend an, versteht nicht, warum wir so reagieren. Sie ist 11 Jahre alt, und möchte Facebook. Ich überlege eine Weile über ihren Facebook Wunsch. Dann frage ich mich, was ich gemacht habe, als ich elf Jahre alt war. Ich war den ganzen Tag draußen. Habe unten mit meinen Nachbarn am Bach gespielt, während wir uns dann mit Matsch voll gemalt haben. Im Winter haben wir eine lange Kette mit unseren Schlitten gebildet, haben uns an den Trecker von unserem Nachbarn gehängt und sind durch den Wald gefahren. Ja klar, ich bin ein Dorfkind und habe wahrscheinlich noch andere Erinnerungen als Kinder aus der Stadt. Aber muss es sein, dass sich ein Elf jähriges Mädchen Facebook wünscht? Früher waren wir froh, wenn wir in den Sommerferien bis 10 Uhr draußen bleiben durften und haben Stundenlang Verstecken gespielt. Wir sind Fahrrad gefahren und durften nie weiter als zum Straßenschild, damit uns nichts passiert. Wir haben die ganze Straße mit Kreide bemalt, und selbst wenn wir den Fernseher nur dann anmachen durften wenn wir die Erlaubnis hatten, waren wir sowieso lieber draußen. Heute sieht man in der gleichen Straße kaum noch Kinder. Sie sind jetzt alle älter, haben andere Interessen. Klar, das ich nicht mehr auf der Straße spiele ist normal, aber wir haben auch noch Kinder unter 13 in der Straße wohnen, die einfach den ganzen Tag drinnen sind, fernsehen gucken, nintendo spielen, mit ihren Handys rum laufen und sich Facebook wünschen. Bei einer Wunde heulen sie rum und tun als würde die Welt unter gehen, früher war es uns egal und wir haben einfach weiter gespielt, weil unser Körper nie wunden frei war. Ich frage mich, wieso das alles so geworden ist, denn ich fand meine Kindheit eindeutig schöner, als die Kindheit, die die Kinder jetzt haben.

Sonntag, 20. Januar 2013

















Mein Chatfenster blinkt auf, ich werfe Bella und Julie einen Lächelnden Blick zu und freue mich, wie ein kleines Kind. Ich verstehe mich gut mit ihm und würde am liebste garnicht mehr aufhören zu schreiben, würde ihn am liebsten sofort sehen. Der Junge hat mir schrecklich den Kopf verdreht, und ohne ihn gut zu kennen, lassen meine Gedanken ihn nicht mehr los, hängen an ihm, als würde ich ihn Jahre kennen. Meine Laune steigt, obwohl ich das nicht mal möchte, obwohl er nicht mal etwas macht, sie ist gut, einfach nur weil es ihn gibt, weil es ihn auf dieser Welt gibt, und der erste Junge ist, der mir ohne es zu wollen, einfach so, etwas bedeutet.

Mittwoch, 9. Januar 2013


DU FEHLST MIR SO - UND DAMIT MEINE ICH NICHT DEINE GEGENWART, SONDERN DIR WIEDER NAH ZU STEHEN, MIT DIR ÜBER ALLES REDEN ZU KÖNNEN, NICHT DIESES AUFGESETZTE, SONDERN DAS WAS MAL WAR

Montag, 31. Dezember 2012















'Cheyenne, was ist los? ' meine Mutter kommt in mein Zimmer, ' nichts ' sage ich und ziehe mir die decke über den Kopf. ' Achso, deswegen weinst du auch ' sagt sie und die tränen laufen noch weiter, sie setzt sich bei mir an die Bett kante und guckt mich an. ' Los, sag schon. Was ist? ' ich gucke sie böse an und merke schon, dass ich sie nicht so leicht wieder los werde. ' Alles einfach, mich nervt alles. Es ist alles so scheiße und ich hab kein Bock mehr und ja, das ist' motze ich lauter als gewollt, und ihr Blick bleibt auf mir liegen. ' Was ist denn passiert? Sam wieder ? ' ich gucke sie böse an und merke, wie ich noch schlechtere Laune bekomme, ' nein, alles einfach ' sage ich, ein bisschen gelogen, und werfe mich zurück in mein Bett. ' Cheyenne , ich hab das Gefühl du machst dich selber viel zu viel runter. Du bist seit Wochen ein einziger Trauerkloß. Bevor du verlangst, das andere dich lieben, Fang an dich selber zu lieben. ' Sie nimmt mich in den arm, ' ich liebe dich immer, genau so wie du jetzt bist, und das solltest du auch' sagt sie, drückt mir einen Kuss auf die Wange und geht. Meine Laune ist wieder ein bisschen besser, ich schmiere mir die tränen aus dem Gesicht und denke schon ein wenig positiver